Überwachung ohne WLAN und ohne Strom
Die Kamera verfügt über einen integrierten Akku, ein Solarpanel und verbindet sich über das Mobilfunknetz mit dem Internet.
Ich habe die Kamera drei Wochen lang im Alltag getestet und überprüft, wie zuverlässig die Überwachung funktioniert, wie gut die Bildqualität ausfällt und welche Vor- und Nachteile die 4G-Solar-Kamera in der Praxis hat.
Technische Daten der GENBOLT GB216KN-4G
Die Kamera kombiniert mehrere Funktionen, die speziell für den autarken Betrieb entwickelt wurden:
- 4G-LTE-Verbindung über SIM-Karte
- ACHTUNG: Kein WLAN-Modul vorhanden
- Integrierter Akku
- Solarpanel im Lieferumfang
- AOV-Daueraufzeichnung (Always Video On). Erklärung im Artikel
- Dual-Kamera-System mit zwei Objektiven
- PTZ-Funktion (355° Schwenken, 90° Neigen)
- KI-Personenerkennung
- Push-Benachrichtigungen auf das Smartphone
- Speicherung auf microSD-Karte
- Cloud-Speicher möglich
- FTP-Upload möglich
- Schutzklasse IP66
Eine SIM-Karte mit 300 MB kostenlosem Datenvolumen liegt bereits bei.
Einrichtung und Installation
Die Einrichtung der Kamera gelingt unkompliziert und dauert nur wenige Minuten.
Nach dem Einlegen der SIM-Karte und einer optionalen microSD-Karte wird die Kamera über die App eingerichtet.
Am einfachsten funktioniert dies durch das Scannen des QR-Codes auf dem Kameragehäuse.
Besonders wichtig ist ein Sicherheitsaspekt: Direkt nach der Installation sollte das Standardpasswort geändert werden. Ab Werk sind Benutzername und Passwort auf „admin“ eingestellt.
Flexible Montagemöglichkeiten
Die Kamera lässt sich auf unterschiedliche Arten montieren:
- An Pfosten oder Säulen mit Kabelbindern
- Klassisch an der Wand
- Unter Dachvorsprüngen oder Decken
- In Ecken mit der mitgelieferten Eckhalterung
Wichtig ist dabei, dass die Kamera immer nach unten ausgerichtet montiert wird. Nur so bleibt die Wasserdichtigkeit gemäß IP66 erhalten.
Das Solarpanel kann entweder direkt an der Kamera befestigt oder separat montiert werden. Dadurch lässt sich die Solarzelle optimal zur Sonne ausrichten.
4G statt WLAN: Für wen eignet sich die Kamera?
Der größte Unterschied zu klassischen Überwachungskameras besteht darin, dass die GENBOLT GB216KN-4G ausschließlich über das Mobilfunknetz arbeitet.
Ein WLAN-Modul ist nicht vorhanden.
Dadurch eignet sich die Kamera besonders für:
- Pferdekoppeln
- Weiden
- Baustellen
- Gartenhäuser
- Schrebergärten
- Waldgrundstücke
- Wohnmobile und Wohnwagen
- Abgelegene Einfahrten
Vor dem Kauf sollte jedoch geprüft werden, ob am Einsatzort ausreichend Mobilfunkempfang vorhanden ist. Die Netzqualität beeinflusst sowohl die Übertragung des Livebilds als auch die Geschwindigkeit von Push-Benachrichtigungen.
AOV-Technologie: Der größte Unterschied zu klassischen Akku-Kameras
Eine Besonderheit der GENBOLT GB216KN-4G ist die sogenannte AOV-Technologie.
AOV steht für „Always Video On“.
Während viele Akku-Kameras erst aktiv werden, wenn ihr PIR-Sensor eine Bewegung erkennt, kann die GENBOLT dauerhaft aufzeichnen.
Vorteile von AOV
Bei klassischen PIR-Kameras beginnt die Aufnahme oft erst, wenn sich eine Person bereits im Bild befindet.
Dadurch können wichtige Sekunden fehlen.
Mit AOV wird die komplette Bewegung aufgezeichnet – von der Annäherung bis zum Verlassen des überwachten Bereichs.
Gerade auf größeren Grundstücken oder weitläufigen Flächen kann dies ein entscheidender Vorteil sein.
Damit die Daueraufnahme zuverlässig funktioniert, sollte das Solarpanel an einem möglichst sonnigen Standort montiert werden.
Zwei Kameras in einem Gehäuse
Ein weiteres interessantes Merkmal ist das Dual-Kamera-System.
Die GENBOLT besitzt zwei separate Kameras:
- Eine feste Kamera für die permanente Übersicht
- Eine schwenk- und neigbare PTZ-Kamera für die aktive Überwachung
Die PTZ-Kamera lässt sich um bis zu 355 Grad schwenken und um 90 Grad neigen.
Dadurch kann ein deutlich größerer Bereich überwacht werden als mit einer herkömmlichen Festkamera.
Personenerkennung im Praxistest
Laut Hersteller erkennt die Kamera Personen mithilfe künstlicher Intelligenz.
Im Test funktionierte die Personenerkennung insgesamt zuverlässig.
Sobald eine Person den überwachten Bereich betritt, wird diese erkannt und von der PTZ-Kamera verfolgt.
Ganz perfekt arbeitet das System allerdings nicht. Vereinzelt kam es im Test zu Fehlalarmen.
Push-Benachrichtigungen
Ein Punkt fiel im Test besonders auf:
Zwischen der Bewegungserkennung und der Push-Benachrichtigung auf dem Smartphone vergingen in meinem Test meist etwa acht bis zehn Sekunden.
Für typische Einsatzorte wie Baustellen, Gartenhäuser oder Pferdekoppeln ist das meist unproblematisch.
Wer jedoch eine nahezu sofortige Alarmierung erwartet, sollte diesen Punkt berücksichtigen.
Speicheroptionen
Die Kamera unterstützt verschiedene Möglichkeiten zur Speicherung der Aufnahmen:
- microSD-Karte
- Cloud-Speicher
- FTP-Server
Positiv ist insbesondere die FTP-Unterstützung, da sich Aufnahmen dadurch auf einem eigenen Server sichern lassen.
Eine microSD-Karte gehört allerdings nicht zum Lieferumfang und muss separat gekauft werden.
Was mir gefallen hat
Nach drei Wochen Nutzung sind mir mehrere positive Punkte aufgefallen:
- Einfache Einrichtung per QR-Code
- Deutsche Bedienungsanleitung mit vielen Bildern
- Flexibel montierbares Solarpanel
- Cloud- und FTP-Unterstützung
- Dual-Kamera-System
- Keine WLAN-Verbindung erforderlich
- Gute Personenerkennung im Alltag
Was mich gestört hat
Es gibt aber auch einige Punkte, die man vor dem Kauf kennen sollte:
- Betrieb ausschließlich über Mobilfunk
- Push-Benachrichtigungen mit spürbarer Verzögerung
- microSD-Karte nicht im Lieferumfang
- Starke Abhängigkeit von der Mobilfunkabdeckung am Einsatzort
Fazit: Lohnt sich die GENBOLT GB216KN-4G?
Die GENBOLT GB216KN-4G richtet sich an eine ganz bestimmte Zielgruppe: Menschen, die eine Überwachungskamera an Orten ohne WLAN und ohne Stromanschluss einsetzen möchten.
Für genau diesen Einsatzzweck bietet sie eine interessante Kombination aus:
- Akku
- Solarpanel
- 4G-Mobilfunk
- AOV-Daueraufzeichnung
- Dual-Kamera-System
Besonders positiv überrascht hat mich die zuverlässige Personenerkennung und die Möglichkeit der Daueraufzeichnung.
Der größte Nachteil ist die spürbare Verzögerung bei Push-Benachrichtigungen sowie die vollständige Abhängigkeit vom Mobilfunkempfang.
Wer jedoch eine Überwachungslösung für abgelegene Standorte sucht, erhält mit der GENBOLT GB216KN-4G eine interessante und vergleichsweise günstige 4G-Solar-Überwachungskamera.
Nachtrag zur Sirene
- Hundgebell
- Sirene
- Eigene Aufnahme
Irgendwie spielt die Kamera die Sirene dauerhaft ab, wenn ich sie aktiviere.
Günstigster Preis
Über den Autor

Marco Kleine-Albers testet seit Jahren Überwachungskameras und schreibt die Ratgeber auf dieser Seite.
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